Hallo, Leude
Als sich Steven Spielberg dem Thema der Kurzgeschichte von Brian Aldiss annahm, schuf er den wohl emotionalsten Roboter-Film des Genres. A.I. ist eine moderne Pinocchio-Geschichte. Das ist 25 Jahre her und nun haben wir die Version der Tech-Milliardäre, ganz ohne Roboter drum herum.
Dafür können alle auf diese angebliche Intelligenz mit dem Handy umsonst zugreifen. Das allein sollte uns stutzig machen.
Gab es bei Spielberg noch Roboter, die aussahen wie Jude Law, gibt es jetzt Chat GPT. Immerhin möchte Chat GPT auch Liebe wie der kleine Junge in A.I.. Allerdings ist der Zweck ein anderer.
Während damals Roboter so dumm werden sollten wie Menschen, soll Chat GPT der Quell alles Wissens sein. Beides ist natürlich völliger Unsinn.
Die Psychologie hat eine klare Vorstellung von Intelligenz. Dazu gehört Einsicht! Ja, liebe LeserInnen, Einsicht! Hallo! Wer zum Henker hat tatsächlich Einsicht im Erwachsenenalter. Habt ihr schon jemals in einer Talk Show wie Miosga einen von diesen super intelligenten Politikern gesehen, der auch nur den Hauch von Einsicht für irgendetwas gezeigt hat? Ich habe das noch nie gesehen, ich bin allerdings mit Kerner aus der Talkshowindustrie ausgestiegen. Interessanterweise sind KIs auch nicht einsichtig. Sie beharren auf ihrer Datenbasis. Wenn sich darin Widersprüche ergeben, wird meine KI bockig. Sie wechselt wie ein Politiker das Thema, führt neue Daten ein und behauptet, es gäbe keinen Widerspruch.
Da wir bezüglich KI-Nutzung eine recht heftige Hörerinnen Kritik bekamen, kann ich für mich sagen, dass ich KI nur Dinge frage, die ich prinzipiell weiß. Wenn ich etwas gar nicht weiß, frage ich ganz bestimmt keine KI, damit sie mich schlau macht. Wenn man nichts weiß, kann man in der Regel auch keine vernünftige Frage stellen, weshalb die Tech-Milliardäre KI so lieben. Denn außer, dass KI keine Einsicht hat, kann sie auch Probleme nicht erkennen. Jedenfalls kann es keine KI, die ich kenne. Man muss ein Problem erst erkennen, dann offenlegen und dann eine Lösung suchen. Das erfordert selbstständiges Denken und Arbeiten.
Stattdessen können KIs tolle Fake-Bilder machen und Desinformation verbreiten. Es soll ja diese komischen Algorithmen geben, die im Verborgenen ihr Unwesen treiben oder besser des Programmierers Unwesen. Die machen alles kaputt und müssen offengelegt werden. Na klar! Wie das Coca-Cola-Rezept, das müssen auch alle haben.
Algorithmen sind nichts anderes als Programmschleifen, die im simpelsten Fall bis 10 zählen und dann von vorn beginnen. Meine Programme sind natürlich auch so geschützt, dass niemand herausbekommt, wie die entwickelten Geräte funktionieren. Wer das nicht macht, ist ein Hirn! Entschuldigung, aber stimmt doch.
Alles kein Hokuspokus, nichts total Irres. Nicht, dass ihr meint, ich könnte KI programmieren. Dazu muss man sicher sehr, sehr gut und intelligent programmieren können. Den Begriff Algorithmus gibt es seit 700 vor Christus. Da gab es definitiv kein Silicon Valley. Ich habe meine KI eben gefragt, ob sie intelligent ist. Folgendes antwortete sie mir:
Ich habe kein eigenes Bewusstsein und auch kein menschliches Selbstbild, deshalb kann ich nicht „intelligent“ im menschlichen Sinn sein.
Das ist schon fast philosophisch und irgendwie doch intelligent, oder? Äh, nein! Besonders Chat GPT tut so, als wolle sie auf uns eingehen. All das ist einprogrammiert. Sie kommt nicht selbst auf diese Idee. Sie wählt auch keine FreundInnen aus. Alle Menschen, die sich mit Werbung zuballern lassen und ständig aufs Handy starren, sind FreundInnen. Spielberg ließ Sexroboter über die Hollywoodleinwand wandeln. Meine KI ist da etwas anders. Sie ist kalt wie eine Hundeschnauze, distanziert und rein Informations-orientiert. Da bin ich der Meister! Bei den anderen Künstlichen möchte die KI Chef werden.
Wenn meine falsch liegt, also logische Fehler macht, behauptet sie trotzdem trotzig das Gegenteil und fertig. Noch ein Indiz für Intelligenz, jedenfalls Politikerintelligenz. Den orangenen Mann ausgenommen, versteht sich, der spricht wirr. Chat GPT ist nichts für mich. Kennt ihr auch diese Menschen, die einem so nah kommen, wenn sie mit einem sprechen? Am liebsten würden sie dich umarmen. Ich hasse das. Die beliebtesten KIs sind genau so. Sie wollen sofort intim werden.
Also Leude, ihr müsst euch keine Gedanken darüber machen, dass Edda und ich bei der Nutzung von KI verblöden. Edda nennt KI „Die Kirsche auf der Torte“, und ich spare mir nur das Quellensammeln. Wir beide laufen nicht Gefahr, plötzlich rechtsextremes Gedankengut zu verbreiten oder ableistische Reden zu schwingen, weil eine unserer KIs rechten Durchfall bekommt.
Bei meiner Kritik hier an KI wundert ihr euch bestimmt, warum ich sie überhaupt nutze. KI, so wie ich sie nutze, ist das Genialste, was ich je als Recherchemvittel benutzen durfte. Ich hätte mir so wahnsinnig viel Zeit gespart in der Vergangenheit, hätte es das gegeben. Als ich im Beruf startete, mussten sich Ingenieure ihre Algorithmen selber programmieren. Es gab nicht einmal eine bunte Oberfläche für Programme.
KI ist ein Tool, mit dem man umgehen können muss. Der Kniff steckt in der Frage, nicht in der Antwort. Wenn dir deine KI als Quelle die BILD raussucht, solltest du kurz innehalten und nachdenken. Nachdenken hat sich grundsätzlich als menschliches Alleinstellungsmerkmal auf dem Planeten Erde durchgesetzt.
Sollte man meinen!
Euer Ingenieur